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Kolumbien ist eines der für Gewerkschafter gefährlichsten Länder

Kolumbien | 03.07.2007

(Fortaleza, 3. Juli 2007, adital).- An die 2.245 Morde, 3.400 Todesdrohungen und 138 Verschwundene. In über 90 Prozent der Fälle sind die Verantwortlichen für an Gewerkschaftern verübten Menschenrechtsverletzungen nicht der Justiz überstellt worden. Die von der kolumbianischen unabhängigen Gewerkschaftsschule (Escuela Nacional Sindical) über den Zeitraum von Januar 1991 bis Dezember 2006 gesammelten Daten machen deutlich, dass Kolumbien einer der weltweit gefährlichsten Orte für gewerkschaftlich organisierte Arbeiter ist.

Aus Besorgnis über die zunehmende Zahl von Gewalttaten an Gewerkschaftern veröffentlichte Amnesty International (ai) am 3. Juli einen Bericht, in dem systematische Angriffe auf Gewerkschafter angeprangert werden, die in Arbeitskämpfen und Anti-Privatisierungs-Kampagnen engagiert sind und die Rechte von Arbeitern verteidigen.

In dem Bericht „Morde, willkürliche Festnahmen und Todesdrohungen: die Realität der Gewerkschaftsarbeit in Kolumbien“ äußert Amnesty die Vermutung, dass hinter der Mehrzahl der Aggressionen Paramilitärs mit Rückendeckung der Streitkräfte sowie Sicherheitskräfte stehen. „Nach wie vor wird eine Strategie der koordinierten Zusammenarbeit zwischen Militärs und Paramilitärs umgesetzt, deren Ziel es ist, die Arbeit dieser Personen zu behindern, sowohl durch ihre physische Vernichtung als auch durch den Versuch, die Legitimität gewerkschaftlicher Tätigkeit zu diskreditieren“, heißt es in dem Bericht. Die Direktorin des Amerika-Programms von ai Susan Lee erklärte, die Botschaft an die Gewerkschafter laute: „Beschwert euch nicht über eure Arbeitsbedingungen und und kämpft nicht für eure Rechte, sonst wird euch das Maul gestopft.“

In dem Text werden auch Menschenrechtsverletzungen an in Kolumbien arbeitenden Gewerkschaftern sowie deren Familienangehörigen aufgeführt. „Gewerkschafter wurden aufgrund ihrer politischen Aktivitäten oder auch aus anderen Gründen, die nichts mit ihrer Gewerkschaftsarbeit zu tun haben, zum Ziel von Menschenrechtsverletzungen. Des weiteren gibt es jedoch beständige Menschenrechtsverletzungen an Gewerkschaftern, die im Zusammenhang mit Arbeitskonflikten verübt werden, woraus ersichtlich ist, dass Gewerkschafter just aufgrund dieser Tätigkeit angegriffen werden“, so der Bericht.

Laut Amnesty International befindet sich die Menschenrechtssituation in Kolumbien weiterhin in einer schweren Krise. Die von der kolumbianischen Regierung eingeleiteten Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit von Gewerkschaftern seien unzureichend, es mangele noch an wirksameren Schritten zur Beendigung der Straflosigkeit. Eine Möglichkeit dazu sei die Umsetzung des Dreierabkommens, das im Juni 2006 zwischen der kolumbianischen Regierung, kolumbianischen Unternehmervertretern und den Gewerkschaften unter Schirmherrschaft der Internationalen Arbeitsorganisation ILO geschlossen wurde. In dem Abkommen wurde die ständige Präsenz der ILO in Kolumbien vereinbart. Die ILO soll die Umsetzung des Rechts auf Gewerkschaftsfreiheit im Lande sowie die Fortschritte bei den Bemühungen um Aufarbeitung der Morde an Gewerkschaftern überwachen.

„Die kolumbianischen Behörden, die multinationalen und kolumbianischen Unternehmen sowie die internationale Arbeiterbewegung müssen endlich unbedingt mit dem Büro der ILO in Bogotá zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass alle Fälle von Drohungen und Aggressionen gegen Gewerkschafter und deren Familien untersucht werden“, erklärte ai.

Amnesty fordert die internationale Öffentlichkeit in dem Bericht auf, sich um die Garantierung des Rechts auf Gewerkschaftsfreiheit in Kolumbien zu bemühen. Die im Land operierenden Unternehmen sollten ihren Einfluss auf die kolumbianische Regierung nutzen, um die Menschenrechtsverletzungen an Gewerkschaftern zu stoppen und ihnen vorzubeugen.

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