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Pivian exchange Lima Spanisch Sprachreise, Spanischkurs und Spanischschule
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Christine DanzSpanisch Sprachreise & Freiwilligenarbeit, Cusco, Peru

von Christine Danz (Schweiz)

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So, nun bin ich doch schon wieder 3 Monate zu Hause... Ich habe meinen Sommer in Cusco, Peru verbracht. Denn ich studiere hier in Fribourg Heil- und Sozialpädagogik, und im Rahmen unseres Studiums dürfen wir während den Sommersemesterferien ein 8–wöchiges Praktikum absolvieren. Tja, ich verband Pflicht mit Vergnügen – ab nach Peru für drei Monate!!!

Vor dem Abflug

Ich war sehr nervös und kribbelig. Das erste mal Südamerika, das erste mal Spanisch sprechen, andere Kultur, andere Leute – ein Riesenabenteuer. Und dann hört man noch so viele „Schauer“–Geschichten von Lima (die sich aber dann schlussendlich als unbegründet herausstellten...). Meine letzte Woche in Bern verbrachte ich damit, mich zu verabschieden und die letzten Sachen zu besorgen, und wenn ich die Zeit dazu hatte, warf ich sogar ab und zu einen Blick in meinen Sprachführer. Ja, und dann ging’s los...

Ankunft in Cusco

Nach einem absolut unproblematischen Aufenthalt in Lima wurde ich wärmstens in Cusco empfangen. Ein Mitarbeiter der Sprachschule brachte mich zu meiner Gastfamilie. Dort lernte ich sofort alle Mitglieder kennen: meine Mutter, meinen Vater und meine beiden Gastbrüder, beide in meinem Alter. Sie gaben sich unglaublich Mühe mit mir und wir unterhielten uns eigentlich schon sehr gut, auch ohne Spanischkenntnisse meinerseits.

Die Sprachschule

Meine Gastmutter, Marina, brachte mich am ersten Tag in die Schule. Sehr hübsch anzusehen, mit einem gemütlichen Innenhof. Nach meinem Einstufungstest, der sehr bescheiden ausfiel, da ich ja noch nie Spanischunterricht hatte, wurde ich in meine Klasse geführt. Wir waren ein nettes Dreiergrüppchen, wir alle hatten etwa dasselbe Tempo und verstanden uns sehr gut. Auch Beni, meine Sprachlehrerin für drei Wochen, war sehr nett und hilfsbereit.

Der Morgen gestaltete sich jeweils aus vier Stunden Unterricht und einer Viertelstunde Pause mit Kaffee, Tee und Kuchen. Der Unterricht an sich war ziemlich abwechslungsreich, das heisst wir haben gesungen, gemalt, gesprochen, gespielt und einmal hat uns Beni sogar vorgetanzt (Perrero – werdet ihr selbst erfahren, wenn ihr nach Südamerika fahrt...). Einmal in der Woche hatten wir ausserhalb des Schulzimmers Unterricht, wir besuchten die Märkte oder am peruanischen Nationalfeiertag zum Beispiel die Umzüge.

Auch organisierte die Sprachschule fast jeden Abend etwas: am Montag gab’s Salsaunterricht, am Mittwoch sprachen wir mit Luis, einem Lehrer, über die Inkas und die peruanische Geschichte (sehr zu empfehlen, war sehr interessant...) und am Donnerstag ging jeweils die ganze Schule zusammen essen und danach die unzähligen Clubs unsicher machen... Jeden Samstag stand ein Ausflug in die Umgebung von Cusco auf dem Programm. Diese wurden durch Luis organisiert und waren immer sehr interessant.

Meine Gastfamilie...

...war die Beste! Ich denke wirklich, es hätte nicht besser sein können. Alles stimmte einfach von Anfang an. Marina, meine Gastmutter, hat sich sehr gut um mich gekümmert, sie haben sich alle viel Mühe gegeben.

In den drei Monaten, in denen ich bei der Familie gewohnt habe, haben wir ziemlich viel unternommen. Von den Ausflügen an den Wochenenden mal abgesehen besuchten wir auch etwas speziellere Plätze: zum Beispiel Tres Cruzes. Dies liegt etwa sechs Autostunden von Cusco entfernt und ist der letzte Andenberg bis es nur noch runter geht in den peruanischen Dschungel. Und angeblich sollte man dort durch eine optische Täuschung die Sonne dreimal aufgehen sehen. Wir kamen etwa um drei Uhr am Morgen an und haben uns die Zeit am Lagerfeuer vertrieben, mit Marshmellows und schöner Musik. Es war unglaublich kalt, aber auch sehr gemütlich. Ich glaube, schon diese paar Stunden haben die lange Fahrt entschädigt. Als es jedoch Zeit für den Sonnenaufgang war, mussten wir feststellen, dass es neblig und sehr wolkig war – den Sonnenaufgang konnten wir also knapp einmal mitverfolgen... Die Stimmung war jedoch sooo schön, es war ein unglaublich gutes Gefühl, über den Wolken zu sitzen!

Auch als ich Probleme mit meinen Bankkarten und mir die Bänder angerissen hatte (war ja klar, dass ich mindestens einmal ins Spital muss... Ich hatte einen Riesengips und danach zwei Wochen Therapie...) halfen mir meine Gasteltern wo sie nur konnten.

Durch meine Gastbrüder Juanca und Richi traf ich viele Leute in meinem Alter und durch sie wurde ich ebenfalls ins Nachtleben eingeführt.

Mein Freiwilligeneinsatz

Mein Praktikum absolvierte ich in einer Schule für geistig behinderte Kinder in Cusco, in der Escuela Don José de San Martin. Ich habe schon in der Schweiz einige Erfahrungen im Bereich der heilpädagogischen Schulen sammeln können – in Cusco war jedoch ALLES anders!

Entgegen meinen Erwartungen war die Schule sehr gross, das heisst, fast 20 Klassen. Dementsprechend weitläufig war auch das Gelände. Ich habe mit der Kunstlehrerin zusammengearbeitet, das heisst, im Laufe der Woche unterrichteten wir jede Klasse. Die Klassen waren sehr gross, zum Teil bis zu zwanzig Kinder mit einer Lehrerin. Und die Kinder, obwohl mit einer geistigen Behinderung, waren eigentlich sehr fit und vor allem sehr schnell. Da weiss man manchmal wirklich nicht, ob man sich um die Kinder kümmern soll die weggelaufen sind oder ob man besser auf die aufpasst, die noch da sind. Die Lehrerinnen haben mir von Anfang an ziemlich viel zugetraut, so war ich schon am ersten Tag mit einer grossen und lebhaften Klasse alleine. Das wäre ja eigentlich kein Problem - nur hatte ich damals meinen Gips und mein spanisch war auch noch nicht sehr sattelfest. Und dazu kannte ich noch keine Namen. Fazit: Die Kinder waren über das ganze Schulgelände verstreut.

In den ersten Wochen übten wir eifrig die Tänze für den 31. Geburtstag der Schule. Fast jede Klasse studierte entweder einen traditionellen Tanz oder einen Tanz zu moderner Musik (La Camisa Negra oder Reggaeton...) ein. Der Geburtstag wurde dann ausführlich während einer Woche gefeiert – jeden Tag ein besonderes Programm. Danach ging es darum, mit den Kindern Zeichnungen für eine Ausstellung im Gemeindezentrum von Cusco zu gestalten. Dies war ein grosses Anliegen von Itala, der Kunstlehrerin, mit der ich zusammenarbeitete.

Nach einer Woche in der Schule fragte mich die Direktorin der Schule, ob ich nicht Lust hätte, jeweils am Nachmittag in einem Waisenheim für geistig behinderte Kinder zu arbeiten. Natürlich sagte ich zu und fand mich schon am selben Nachmittag im Hogar de las Estrellas am anderen Ende von Cusco wieder. Auch diese Stunden habe ich sehr genossen und es freute mich riesig, den Kindern die eine oder andere Freude zu bereiten. Es gab auch im Waisenheim einige Höhepunkte, zum Beispiel der fünfte Geburtstag der beiden Häuser, zu dem schon Wochen vorher Tänze und kleine Darbietungen eingeübt wurden. Aber auch der Ausflug zum Coiffeur mit dem ganzen Waisenheim (etwa 40 Kinder und 5 Betreuer) in EINEM Combi (ein etwas mehrbesserer VW-Bus, fahren in ganz Cusco herum) ist definitiv absolut erinnernswert.

Dementsprechend schwer fiel dann der Abschied aus. Aber für mich ist sowieso klar, dass ich nach Cusco zurückkehren werde, ich bin auch schon fleissig am Pläne schmieden!

Cusco

Ich denke, Cusco ist absolut perfekt für „Südamerika–Anfänger“ wie mich. Alles stimmt: die Grösse, die Lage, das Städtchen an sich... Das Zentrum ist sehr touristisch, das heisst, man findet eigentlich ziemlich alles was einem das Leben vereinfacht. Aber schon ein paar Blöcke ausserhalb trifft man auf das „richtige“ Peru und man hat einen sehr schönen Einblick, wie das Leben in Peru ohne Tourismus aussehen kann.

An Ausflugsmöglichkeiten rund um Cusco fehlt es natürlich auch nicht: von Ruinen wimmelt es nur so, sei es Sacsayhuaman oberhalb Cusco oder dann natürlich Machu Picchu. Aber auch den Lago Titicaca und Arequipa wie auch der peruanische Dschungel sind innerhalb von einem Wochenende oder so erreichbar.

Ja, und da muss natürlich auch noch das ausgezeichnete Nachtleben erwähnt werden... Ich habe es sehr genossen und habe mich in den drei Monaten wahrscheinlich nie unwohl oder bedroht gefühlt.

Fazit...

...für mich geht’s so schnell wie möglich zurück! Ich habe so schöne Bekanntschaften geschlossen und so viele unglaubliche Erfahrungen gemacht, ich muss da einfach noch einmal hin. Ich kann Cusco wirklich nur wärmstens empfehlen, und am besten ihr organisiert das Ganze natürlich mit Pivian Exchange... Der Service war super und ich hatte auch das Gefühl, dass ich mich bei Problemen (die aber glücklicherweise nicht aufgetreten sind) auf Philip Schilling verlassen kann. Es waren drei absolut unvergessliche Monate im wunderbaren Cusco.

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